Copter selber bauen vs. RTF – Teil 1

Copter selber bauen vs. RTF

Der Einstieg in die Welt der Copter hängt davon ab, was Dich an Coptern reizt und welches Ziel Du verfolgst. Ob Du einen Copter selber bauen möchtest oder Dir ein RTF-Modell kaufst hängt von vielen verschiedenen Faktoren sowie Vor- und Nachteilen ab. Dieses Thema wollen wir im Folgenden einmal genauer betrachten und Dir so eine mögliche Entscheidungshilfe an die Hand geben.

Als Erstes stellen wir uns die folgenden Fragen:

  • Möchtest Du einfach in das Thema „reinschnuppern“ und „günstig“ Spaß haben, gibt es schon schöne kleine Copter im Spielzeug-Handel flugfertig zu kaufen.
  • Möchtest Du Videos und Fotos mit Deinem Copter aufnehmen, gibt es auch dafür fertig aufgebaute Copter, also so genannte RTF-Modelle. RTF steht für Ready-To-Fly, also ‚fertig zum Fliegen’ aufgebaut. Man muss bei ihnen lediglich den Akku laden und kann abheben.
  • Hast Du Spaß am Basteln, hast spezielle Vorstellungen oder möchtest viele Funktionen und eine große Leistung haben, kannst Du Dir Deinen Copter auch selber bauen.
  • Du kannst natürlich auch direkt den Sprung in den Profi-Bereich wagen und Dir einen individuellen Copter von Firmen konstruieren und bauen lassen. Hier landet man schnell im sechsstelligen Bereich.

Welche Copter gibt es im Selbstbau und im RTF-Bereich?

Der Copter-Markt hat sich in den letzten Jahren sehr stark weiter entwickelt. Musste man vor ein paar Jahren noch den Flight-Controller selber löten und den Rahmen selber konstruieren, kann man jetzt alle Einzelteile, sowie komplett fertige Copter, recht einfach kaufen. Es gibt also eine große Vielfalt an Coptern, die sich in ihrer Größe, ihrer Ausstattung und dadurch im Preis unterscheiden.

Eine Kategorisierung erfolgt meist erst mal auf Grund der Größe des Copters. Man spricht hier auch gerne von Klassen. Standard-Größen sind Copter mit 250mm, 450mm und 650mm diagonalem Motor-Abstand (gleichbedeutend mit dem Durchmesser). Innerhalb einer Klasse wird dann oft nach Funktionsumfang (z.B. Anzahl und Art der Flight-Modes) und/oder Leistung unterschieden.

Kommen wir jetzt also zu den verschiedenen Copter-Größen und deren Möglichkeiten.

Nano-Copter

Nano-Copter GPTOYS F8

RTF-Modell: Nano-Copter GPTOYS F8

 

Mit Nano-Coptern meinen wir die kleinsten am Markt erhältlichen Copter. Hierzu gehört beispielsweise der GPTOYS F8.

Diese kleinen Copter gibt es schon für unter 50€ im Spielzeug-Handel. Sie sind natürlich keine Hochleistungs-Copter, aber sie können einem schon Spaß bereiten. Solche kleinen Copter sind auch nicht ganz so gefährlich. Damit meinen wir, dass keine großen Gewichte in der Luft liegen und keine großen Kräfte wirken.

Bei einem Zusammenstoß mit einer Person oder einem Absturz, wird durch solche kleinen Copter normalerweise auch kein großes Schaden entstehen. Solch ein Propeller-Schutz wie beim GPTOYS F8 ist leider nicht bei allen kleinen Coptern verbaut aber äußerst sinnvoll. Natürlich muss man trotzdem aufpassen und darf weder sich, noch andere Personen oder auch Haustiere gefährden.

 

Früher oder später werden diese ganz kleinen Copter aber vermutlich uninteressant bzw. bieten nicht mehr den gewünschten Spielspaß. Dafür gibt es die

Mikro-Copter

Mikro-Copter Syma X5SW

RTF-Modell: Mikro-Copter Syma X5SW*

 

Auch die Mikro-Copter würden wir noch in den Spielzeug-Bereich einsortieren. Sie bieten oftmals schon einen etwas größeren Funktionsumfang, sogar eine LED-Beleuchtung und eine Kamera kann dabei sein, wie beim Syma X5SW.

Wenn man ein Kind hat, welches die Videos im Internet sieht, in denen Leute mit Coptern wie verrückt durch die Gegend fliegen und so etwas auch machen möchte, könnte man sich solch eine Anschaffung überlegen. Bei Kindern ist es häufig so, dass sie ein Hobby „ausprobieren“ möchten, aber nicht unbedingt dabei bleiben. Deswegen sollte der erste Einstieg in diesem Fall nicht unbedingt zu teuer ausfallen. Mit unter 100€ ist die Investition noch überschaubar.

An dieser Stelle verlassen wir den Spielzeug-Bereich und betreten den Modellbau-Bereich durch die Mini-Copter.

Mini-Copter

TAROT 250 Mini - Copter selber bauen

Selbstbau: TAROT 250 Mini

Mini-Copter sind für uns die kleinsten „einfach“ zu bauenden Copter. Es gibt für sie also vorgefertigte Komponenten (Rahmen, Motoren, ESCs und Propeller), die man kombinieren und zusammenbauen kann. Der diagonale Motor-Abstand beträgt bei ihnen meist 250mm. Ein schönes Beispiel dafür ist der Tarot 250 Mini.

Solche Copter sind sehr gut für den Einstieg in das Modellbau-Hobby geeignet, da sie meist für einen überschaubaren Preis zu bekommen sind. Sie sind aber auf Grund ihrer Leistung nicht mehr mit den Spielzeug-Coptern vergleichbar. Wenn man keine sehr große Wohnung (fast in Richtung Halle) hat, wird man sie auch nicht in der Wohnung fliegen können.

Um die passende Zusammenstellung der benötigten Komponenten zu vereinfachen, bieten Händler auch Bausätze mit auf einander abgestimmten Komponenten an.

FPV-Racer

EMAX Nighthawk 250 Pro

Selbstbau: EMAX Nighthawk 250 Pro

In den letzten Jahren hat sich bei Coptern ein neuer Trend entwickelt. Ferngesteuerte Rennautos reichen vielen Leuten nicht mehr aus. Copter bieten hier die Möglichkeit das Rennen in die Luft zu verlagern. FPV-Racer haben ebenfalls einen diagonalen Motor-Abstand von 250mm und sind damit nicht größer als die Mini-Copter. Sie haben sich aber zu einer eigenen Klasse etabliert, weswegen wir sie uns gesondert anschauen wollen.

FPV-Racer werden normalerweise selber gebaut. Ausgestattet werden sie dann mit Hochleistungs-Komponenten, Video-Übertragungen auf Video-Brillen und allem Schnick-Schnack, den die Technik hergibt. Unserer Erfahrung nach sind sie, genau wie die Mini-Copter, sehr gut für den Einstieg in den Copter-Modellbau geeignet. Im Gegensatz zu den Mini-Coptern bieten sie meist mehr Platz und dadurch mehr Möglichkeiten.

Ein Beispiel für solch einen FPV-Racer ist der EMAX Nighthawk 250 Pro.

Auf Grund der Popularität dieser Copter hat sich auch hier ein schier endloses Sortiment an möglichen Komponenten entwickelt. Zum Glück gibt es aber auch für FPV-Racer gut abgestimmte Sets, in denen alles enthalten ist, was für den fertigen Copter benötigt wird.

Video-Quads

DJI Phantom 3

RTF-Modell: DJI Phantom 3 Professional*

Es geht aber natürlich auch größer. Wenn man eine noch umfangreichere Ausstattung, mehr Leistung und Möglichkeiten haben möchte, geht der Schritt weiter in Richtung Video-Quads!

Video-Quads haben einen Durchmesser ab 450mm aufwärts. Durch diese Größe kann man entsprechend größere Propeller und stärkere Motoren verbauen. Dadurch kann der Schub und somit die Traglast des Copters, im Gegensatz zu den vorher genannten Coptern, sehr stark gesteigert werden. Sie bieten also mehr Möglichkeiten, da man mehr Platz und gleichzeitig mehr Leistung hat. Meist wird dies für Kameras genutzt um einfach aber auch qualitativ hochwertige Videos und Fotos aufzunehmen.

Solche Copter kann man ebenfalls fertig kaufen, wie z.B. den >> DJI Phantom 3 Professional*.

Da man wie bei allen RTF-Modellen hierbei etwas durch den Hersteller eingeschränkt ist, kann man sich solche Video-Copter auch selber bauen. Durch einen Selbstbau kann man die Leistung des Copters im Gegensatz zu den RTF-Modellen meist noch steigern. Ein Vertreter dieser Copter ist beispielsweise der Tarot 650 Sport

TAROT 650 Sport

Selbstbau: TAROT 650 Sport

Auch Video-Copter kann man als komplett zusammengestellte Bausätze erhalten.  Mit einem Abflug-Gewicht von ca. 2kg aber einem Schub von über 8kg hat diese Zusammenstellung mehr als ausreichende Leistungs-Reserven für alle erdenklichen Aufgaben:

Sollte einem der Schub bzw. die mögliche Traglast dennoch nicht ausreichen, kann man selbstverständlich auch noch stärkere Copter bauen. Die letzte Variante, die wir hier vorstellen wollen, ist der

Video-Hexa

TAROT FY690s

Selbstbau: TAROT FY690s

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um einen Hexa-Copter. Im Gegensatz zu den bisher genannten Coptern haben sie nicht vier sondern sechs Motoren, ESCs und Propeller. Sie bieten gegenüber Quadro-Coptern bei ähnlichen Komponenten meist ein besseres Verhältnis von Schub zu Gewicht. Dadurch hat man nochmals mehr Spielraum für mögliche Zuladungen. Solch ein Copter ist beispielsweise der Tarot FY690s. Mit einem maximalen Schub von über 12kg ist solch ein Copter ein wahres Lastentier und die Möglichkeiten zur Ausstattung sind fast grenzenlos. Leider kostet solch ein Copter aber auch ein entsprechendes Geld.

 

Copter selber bauen: VORTEILE

Der erste große Vorteil ist, dass man den Copter nach seinen eigenen Wünschen dimensionieren und zusammenstellen kann. Also klein und sportlich, groß und sportlich oder groß und hohe Traglasten und so weiter. Prinzipiell ist alles möglich. Gleichzeitig lernt man sehr viel über die Technik und erhält (wenn man möchte) ein großes Hintergrundwissen. Sollte der Copter abstürzen, kann man ihn meist auch einfacher und oftmals günstiger reparieren. Man kann hier also in ein sehr interessantes Wissensgebiet und Hobby einsteigen, nämlich dem Modellbau.

Noch einfacher ist die Anschaffung eines Bausatzes mit ausgewählten und getesteten Komponenten. Bei solch einem Bausatz kann man sich darauf verlassen, dass die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Man muss auch nur eine Bestellung bei einem Händler tätigen und kann somit innerhalb kürzester Zeit mit dem Bau beginnen.

  • Erweiterung des Wissens
  • Man erhält einen genau auf seine Vorstellungen und Wünsche abgestimmten Copter
  • Einfachere & günstigere Möglichkeit den Copter zu reparieren
  • Upgraden und Aufrüsten des Copters ist meist ebenfalls einfacher möglich
  • Ein Hobby für das ganze Jahr – Bauen im Winter und Fliegen im Sommer
  • Der Preisvorteil kann noch aufgeführt werden, es hängt aber davon ab, was man sich von dem Copter erhofft

Was sind jetzt aber die Nachteile eines Eigenbaus gegenüber einem fertigen Copter?

 

Copter selber bauen: NACHTEILE

Es gibt zwei schlagkräftige Nachteile: Zeit und Motivation!

Möchte man „direkt losfliegen“, wird man also wohl enttäuscht werden. Auspacken und starten ist bei einem Selbstbau nicht möglich. Der Bau kann bei Einsteigern gerne mal einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Wir kennen andererseits aber auch Leute, die einen Copter an einem Wochenende komplett aufbauen und „einfliegen“ können. Dafür wird verständlicher Weise ein gewisses Maß an Vorkenntnissen benötigt. Aber mit jedem Copter wird man schneller und sicherer im Bauen!

Bevor es losgeht müssen allerdings noch die Komponenten gesucht, aufeinander abgestimmt und bestellt werden. Je nach individuellen Wünschen und vorhandenem Wissensstand kann das ebenfalls gerne mal ein paar Tage bis Wochen in Anspruch nehmen. Wir haben schon einige Leute auf diesem Weg begleitet und auch genügend eigene Erfahrungen gesammelt. Häufig war und ist dieser Punkt sehr frustrierend. Gerade als ‘auf dem Papier’ alles gestimmt hat waren Komponenten nicht mehr verfügbar oder hatten lange Lieferzeiten. Es kam schon oft genug vor, dass erst die dritte oder vierte Zusammenstellung endlich bestellt und gebaut werden konnte.

Es geht hier also in erster Linie um die Zeit, die für folgende Tätigkeiten benötigt wird:

  • Einarbeitung in die Technik, Hardware und Software
  • Zusammenstellung und Auswahl der Komponenten
  • Bestellung der Komponenten (jaaa, glaube uns! Mit Shops suchen, Preise vergleichen für Komponenten, Versand, Zoll etc. kann man seeeehhhr viel Zeit verbringen!!!)
  • Bau, Konfiguration und Fein-Justierung des Copters

Ist dieses ganze Vorwissen noch nicht vorhanden, kann der Zeitpunkt zum Erstflug also entsprechend lange dauern. Dadurch kommt Punkt zwei ins Spiel: die eigene Motivation. Mangelt es an ihr wird es schwer das nötige Durchhaltevermögen an den Tag zu legen und den Copter bis zur Flugreife zu bauen!

>> Hier geht’s weiter zu Teil 2 unseres Einsteiger-Guides!

 

* = Affiliate-Links

Kommentar hinterlassen zu "Copter selber bauen vs. RTF – Teil 1"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*