Copter selber bauen vs. RTF – Teil 2

Copter selber bauen vs. RTF - Teil 2

Und weiter geht’s mit dem 2. Teil unseres Einsteiger-Guides: Copter selber bauen vs. RTF

Du hast Teil 1 noch nicht gelesen? >> Hier geht’s lang zum 1. Teil unseres Einsteiger-Guides!

 

Wann sollte ich einen Copter selber bauen?

Unserer Erfahrung nach immer dann, wenn man:

  • …ein neues, interessantes Hobby sucht
  • …etwas lernen möchte
  • …sich auf verschiedenen Gebiet wie z.B. Konstruktion, Mechanik, Elektronik, Mikro-Controller Programmierung weiterentwickeln möchte
  • …Spaß am Basteln und handwerklicher Arbeit hat
  • …das Erfolgserlebnis haben möchte, etwas EIGENES geschaffen zu haben

Wann sollte ich lieber ein RTF-Modell kaufen und fliegen?

Immer dann, wenn:

  • …der schnelle Erfolg im Vordergrund steht (wobei Auspacken, Akku laden und losfliegen nicht immer unbedingt als Erfolg angesehen werden kann)
  • …einem die Einarbeitung in das Thema zu komplex/aufwändig/kompliziert ist
  • man einfach „nur fliegen“ möchte
  • man mal schauen möchte, ob einem das Fliegen eines Copters gefällt, ohne vorher viel Zeit investieren zu müssen
  • man keine Zeit für ein weiteres Hobby hat

Mit welchen Kosten muss ich bei einem Eigenbau rechnen?

Gegenfrage: Was hast Du mit dem Copter später genau vor?

  • Einfach erst mal Bauen und Fliegen üben?
  • Oder möchtest Du direkt eine Kamera mitnehmen um Videos zu drehen?
  • Oder willst Du sportlich/akrobatisch fliegen?
  • Oder möchtest Du andere spezielle Dinge mit dem Copter machen?

Von der Beantwortung dieser Fragen hängt der Preis des Copters ab.

Ein qualitativ vernünftiger Quadro-Copter für den Einstieg kostet ca. 250-300€. Da ist dann alles dabei, was “fest” an dem Copter verbaut wird. Meist schafft man es auch, dass ein Flug-Akku mit dabei ist. Das ist dann ein Copter, der gut für den Einstieg in das Hobby geeignet ist. Quasi ein guter Wegbegleiter bei den ersten Schritten.

Man kann an ihm ggf. auch eine Kamera in GoPro-Größe montieren, dann sollte man ihm aber nicht zu viel zumuten. Ein entsprechendes Gimbal kostet ab ca. 50Euro aufwärts je nach Ausstattung und Qualitätsmerkmalen. Bei größeren Kameras kann ein gutes Gimbal gerne 300-500€ oder mehr kosten. Die Kosten für eine entsprechende Kamera kommen dann noch hinzu (aktuelle GoPro Einsteigermodell ab ca. 120,-/ GoPro Hero 3 oder 4 je nach Ausstattung & Zubehör ab cirka 400Euro / DSLR-Kameras inkl. Objektiv & Zubehör ab cirka 500Euro aufwärts…)

Möchte man etwas mehr Leistung und längere Flugzeiten haben, dann muss man direkt etwas mehr investieren. Da kostet der Copter (ohne Kamera-Gimbal) grob geschätzt 500-600€. Für noch mehr Geld bekommt man natürlich noch mehr Leistung.

Dann braucht man aber auch noch Zubehör. Also eine Fernsteuerung, ein Ladegerät und Werkzeug. An Werkzeug werden Dinge wie eine Lötstation, Zangen, Seitenschneider und ein Bit-Set benötigt. Diesen Kostenfaktor sollte man nicht unterschätzen und mit einplanen. Es gibt auch noch Copter-spezifisches Zubehör, wie z.B. eine Libellen-Wasserwaage und eine Propellerwaage. Das summiert sich irgendwann ganz schön, wenn diese Dinge noch nicht vorhanden sind.

Für das Ladegerät sollte man schon mit 50€ rechnen. Eine Fernsteuerung gibt es mit 6 Kanälen (das sollte man bei einem Copter schon haben) zwar auch ab ca. 80€, wenn man aber meint länger Spaß an dem Hobby zu haben, sollte man direkt etwas mehr Geld ausgeben und eine Anlage mit mehr Kanälen und Funktionen nehmen. Diese Ausgabe, genau wie beim Ladegerät und Werkzeug, hat man dann nämlich nur einmal.

Ist dann der Einstieg über ein RTF-Modell vielleicht doch günstiger?

Ja und nein.

Wie wir uns bereits angeschaut haben, gibt es die ersten Copter schon ab ca. 50€. Kann dieser Copter mit einem Eigenbau für 300€ mithalten? Wohl eher nicht. Wo wir wieder bei der Frage sind: Was hast Du genau vor? Was für Vorstellungen, Ideen und Wünsche hast Du? Diese Fragen kannst Du Dir nur selber beantworten und sollten gut überlegt sein!

Angenommen Du möchtest weiterhin einen Copter selber bauen, werden vermutlich direkt die nächsten Fragen auftauchen. Dazu gehört z.B. welche Fehler man beim ersten selbst gebauten Copter vermeiden sollte.

Was sind die zwei häufigsten Fehler beim ersten selbstgebauten Copter?

Der Wunsch nach der „Eierlegenden-Woll-Milch-Sau“!
Viele Copter-Neulinge wollen alles auf einmal und zwar:

  • …einen günstigen (billigen?) Copter
  • …mit der Leistung eines Profi-Copters
  • …der sich super einfach fliegen lässt, sozusagen “wie in einem Computer-Spiel”
  • …und der eine Stunde in der Luft bleibt

Also, nach der Anzahl der Anfragen die uns erreichen, könnte man mit einem derartigen Copter gerade sehr reich werden!

Überdimensionierung – zu groß & zu stark!
Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass man mit einem viel zu großen und zu starken Copter beginnen möchte. Es macht erfahrungsgemäß keinen Sinn für den ersten Copter 1000€ oder mehr auszugeben (ohne Fernsteuerung und Zubehör). Sollte der Copter einmal abstürzen (und ja, das wird er wenn man keinerlei Flugerfahrung hat!), kostet die Reparatur schnell mehr als ein guter „kleiner“ Copter. Alleine die Kunststoff-Propeller (sollten anfangs als Verschleißmaterial angesehen werden…) kosten bei „kleinen“ Coptern einen Bruchteil von großen CFK-Propellern.

Ist der Einstieg kompliziert?

Beispiel Copter selber bauen

Sieht schwieriger aus als es ist… Einen Copter selber zu bauen macht super viel Spass!

Ja und Nein. Es kommt darauf an, für welchen Einstieg Du Dich entschieden hast und wie Du vorgehst.

Bleibst Du vorerst bei einem RTF-Modell, brauchst Du den Copter nur auspacken, den Akku laden und kannst starten. Hier ist wenn dann das Fliegen kompliziert. Für einen Copter braucht man eine gute Hand-Augen-Koordination, egal ob RTF oder Selbstbau. Auch ein gewisses Maß an räumlichem Vorstellungsvermögen ist nötig. Bringt man beide Fähigkeiten mit, ist der Einstieg über ein RTF-Modell sehr einfach.

Bei einem Selbstbau sieht es schon etwas anders aus. Prinzipiell wird der Einstieg durch eine Vielzahl an Komponenten und Informationen einerseits erleichtert, andererseits kann einen diese Informationsflut auch erschlagen. Welche Komponenten sind gut? Welche Informationen sind glaubhaft? Was braucht man und was braucht man nicht? Was sollte man vielleicht komplett sein lassen?

Entweder hat man bereits ein recht umfassendes Wissen über die verschiedenen Teilgebiete des Copter-Baus, oder man braucht eine entsprechende Hilfe. Es gibt einfach sehr viele „kleine“ (und große) Fehlerquellen, die schnell übersehen werden, aber das ganze Projekt von Anfang an (oder zum Ende hin) zum Scheitern verurteilen. Abhängig vom gewünschten Flight-Controller ist der Copter-Bau eigentlich kein großes Geheimnis mehr. Irgendwie kann man irgendwo alle Informationen finden. Vorausgesetzt man weiß, wonach man suchen muss. Auch wenn man vermeintlich die Information gefunden hat die man sucht, heißt das aber nicht, dass diese Information auch korrekt und hilfreich ist. Diese Recherche und Fehlersuche inkl. Try-and-Error kann selbstverständlich sehr zeitaufwendig und frustrierend sein. Ob man dann im Endeffekt den gewünschten Erfolg erzielt, steht nochmal auf einem anderen Blatt.

Du kannst Dir die Zeit der Recherche und Einarbeitung aber auch stark vereinfachen. Unser umfangreichstes Projekt ist die Seite Quadrocopter-Bauanleitung.de. Diese Anleitung besteht  aus Videos rund um den Bau und alles was man dafür wissen bzw. beachten muss. Sie bietet aber auch viele (sehr viele!!!) zusätzliche Informationen über Komponenten, Copter-Theorie und vieles mehr. Da wir diese Bauanleitung schon längere Zeit in Betrieb haben, kontinuierlich aktualisieren und zahlreiches Feedback von erfolgreichen Copter-Bauern bekommen, sind wir sicher, dass es eigentlich jeder schafft sich mit dieser Anleitung einen eigenen Copter zu bauen.

Wenn Du Dich nach all den Vor- und Nachteilen für den Selbstbau entschlossen hast, was ist dann unsere Empfehlung, um zu starten?

Unsere Empfehlung für den ersten Copter zum Selberbauen!

Beginne mit einem Copter der 250er Klasse, also der FPV-Racer Größe. Das sind gut ausgestattete Copter für 250-300€. Diese Copter sind unserer Erfahrung nach sehr gut für den Einstieg geeignet.

Warum?

  • Kosten für Anschaffung und Reparatur sind überschaubar
  • Ein Absturz wird meist besser verkraftet als ein großer schwerer Copter
  • Es liegen keine so hohen Gewichte und keine so großen Kräfte in der Luft
  • Hat man später einen großen Copter für Video-Flüge, kann man mit einem FPV-Racer weiterhin viel Spaß haben, denn es ist an ganz anderes „Flug-Gefühl“ mit einem wahnsinnigen Fun-Faktor!!!
EMAX Nighthawk 250 Pro

EMAX Nighthawk 250 Pro – ein toller FPV-Racer für den Einsteiger sowie den fortgeschrittenen Copter-Piloten!

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