Einen S.Bus Inverter selber bauen – DIY Anleitung

S.Bus Inverter selber bauen

Einen S.Bus Inverter selber bauen

Der S.Bus ist eine alternative Anschluss-Möglichkeit eines Empfängers an den Flight-Controller. Entwickelt wurde er von Futaba, um die Verkabelung eines größeren Modells zu vereinfachen. Wie bei Bus-Systemen üblich muss dadurch nicht mehr zu jedem Endeffektor eine extra Leitung gezogen werden. Ein Endgerät kann also an das vorangehende Endgerät angeschlossen werden. Ein schönes Beispiel dafür sind Flächenflieger, die mehrere Servos in den Tragflächen haben. Dort kann das zweite/dritte/… Servo an das erste/zweite/… Servo angeschlossen werden, was Verkabelungsaufwand, Leitungen und dadurch Gewicht spart.

Über den S.Bus können bis zu 18 Kanäle übertragen werden. Der S.Bus nutzt dafür ein digitales serielles Signal. Viele Flight-Controller (z.B. MultiWii, Baseflight, Cleanflight basierte) können dieses Signal allerdings nicht direkt verarbeiten. Dafür wird ein so genannter Inverter bzw. S.Bus Inverter benötigt. Es gibt fertige ICs, wie den Hex-Inverter SN74 LS 04, beispielsweise von Texas Instruments. Dieser Baustein kann bis zu 6 Signale invertieren. Für die Ansteuerung eines Flight-Controllers wird aber lediglich ein invertiertes Signal benötigt.

Da es sich um einen einfachen Inverter handelt, kann man sich mit einem Transistor und ein paar Widerständen einenS.Bus Inverter selber bauen. Es gibt wie so oft verschiedene Möglichkeiten einen Inverter zu bauen. Wir nutzen dafür gerne die folgende Schaltung:

S-Bus Inverter selber bauen - Schaltung

S-Bus Inverter Schaltung

Auf der linken Seite  ist der Eingang (In), an den der Empfänger angeschlossen wird. Auf der rechten Seite ist der Ausgang (Out), der an den Flight-Controller angeschlossen wird.

Komponenten-Liste

Um den S.Bus Inverter selber bauen zu können benötigen wir folgende Komponenten. Bei Bedarf kann man die Widerstände natürlich anpassen. Die Leitungslängen und Anschlüsse (Stifte/Buchsen) hängen natürlich von der Modellgröße und vom Flight-Controller ab und müssen entsprechend angepasst werden.

TIPPS

Stifte/Buchsen

Bei der Auswahl von Stift- und Buchsenleisten muss man schauen, wie die Anschlüsse am Empfänger und Flight-Controller sind. Beim Empfänger ist eigentlich klar, dass eine dreipolige Buchsenleiste benötigt wird. Beim Flight-Controller kann dies aber ggf. abweichen. Z.B. werden beim Naze32/Flip32+ Buchsen benötigt, beim CRIUS AIOP aber Stifte.
Bisher war es immer so, dass die 1×36 poligen Stift- und Buchsenleisten das beste Verhältnis von Anzahl zu Preis haben, weswegen wir normalerweise diese verwenden.

Leitungen

Prinzipiell nach Wunsch, wir nehmen rot für 5V, schwarz für GND, weiß für den Empfänger und gelb für den Flight-Controller Anschluss. Der Querschnitt reicht mit 0,14mm² bzw. AWG20-24 vollkommen aus. Achte bei der Auswahl der Leitungen möglichst auf Silikon-Isolierung, da sie hitzebeständiger und flexibler ist.

Schrumpfschlauch

In passenden Größen (und ggf. Farben) zum Isolieren.

 

Wir beginnen mit dem BC337-40 Transistor und dem Widerstand R1 mit 2,2kOhm. Den Transistor mit der flachen Seite nach oben legen. Dann ist das linke Beinchen der Collector, das mittlere Beinchen die Basis und das rechte Beinchen der Emitter. Der Widerstand R1 wird an die Basis des Transistors gelötet und die Lötstelle danach mit Schrumpfschlauch isoliert.

S-Bus-Inverter_1

S-Bus-Inverter_2

Der Widerstand R3 (2,2kOhm) und die Signal-Leitung des Flight-Controllers (hier gelb) werden an den Collector des Transistors gelötet und die Lötstelle ebenfalls wieder isoliert.

S-Bus-Inverter_3

S-Bus-Inverter_4

Über die zwei roten 5V-Leitungen wird zum einen der S.Bus Inverter und zum anderen der Empfänger versorgt. Die beiden Leitungen werden am freien Ende des Widerstands R3 verlötet und anschließend isoliert.

S-Bus-Inverter_5

S-Bus-Inverter_6

An den Emitter des Transistors werden nun die zwei schwarzen Masse-Leitungen und der Widerstand R2 (100kOhm) gelötet. In mehreren Schritten ist das vermutlich einfacher zu realisieren. Dazu zuerst die zwei abisolierten Litzen verdrillen und um den Draht des Widerstands wickeln. Diese Stelle mit einem etwas größeren Lötzinn Tropfen verzinnen und an den Emitter des Transistors (rechtes Beinchen) löten. Die Lötstelle wird selbstverständlich wieder mit Schrumpfschlauch isoliert.

S-Bus-Inverter_7

S-Bus-Inverter_8

S-Bus-Inverter_9

S-Bus-Inverter_10

S-Bus-Inverter_11

Nun werden die noch freien Enden der Widerstände R1 und R2 miteinander verlötet. An diese Stelle wird auch die Signal-Leitung des Empfängers (hier weiß) gelötet.

S-Bus-Inverter_12

S-Bus-Inverter_13

Die letzte Lötstelle muss nicht unbedingt einzeln isoliert werden. Es reicht aus, wenn man direkt das ganze Bündel mit einem etwas dickeren Schrumpfschlauch isoliert. Meist erleichtert es einem die spätere Verkabelung, wenn man die jeweils drei Leitungen auf den gegenüberliegenden Seiten des Bündels raus führt. Dabei ist es egal, welche rote 5V- und schwarze Masse-Leitung man nimmt, da sie ja direkt miteinander verbunden sind.

S-Bus-Inverter_14

Jetzt werden noch die passenden Stecker und/oder Buchsen verlötet und isoliert. Für den Anschluss des Empfängers wird normalerweise eine dreipolige Buchsenleiste benötigt. Bei vielen Flight-Controllern erfolgt der Anschluss ebenfalls über eine dreipolige Buchsenleiste. Es gibt aber auch Flight-Controller mit anderen Steckern/Buchsen. Darauf musst Du natürlich achten.

S-Bus-Inverter_16

 

Somit ist der Bau des S.Bus Inverters abgeschlossen. In der Firmware der meisten Flight-Controller muss jetzt noch der S.Bus eingestellt werden, da sie standardmäßig auf die normalen Eingänge konfiguriert sind.

Achtung!
Empfänger konfigurieren
Die meisten Empfänger müssen beim Binden konfiguriert werden, wie sie mit den Kanälen umgehen sollen. Zum Beispiel gibt es beim X8R oder X6R von FrSky die Möglichkeit die ersten 8 Kanäle über den S.Bus auszugeben und zusätzliche 8 bzw. 6 Kanäle über die normalen Ausgänge. Dadurch kann der Flight-Controller mit 8 Kanälen angesteuert werden und zusätzlich Komponenten wie ein Gimbal oder ein elektronisches Landegestell.

Test
Wenn Du den S.Bus Inverter an einem neuen Modell/Copter anschließt, musst Du natürlich alle Funktionen und die fehlerfreie Übertragung testen. Das gilt auch, wenn Du ihn erst nachträglich verbaust.

Kommentar hinterlassen zu "Einen S.Bus Inverter selber bauen – DIY Anleitung"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*