Fernsteuerung für Copter: Auswahl & Überblick

Fernsteuerungen

Auswahl der Fernsteuerung für Copter

Ein sehr wichtiger Punkt beim Einstieg in die Copter-Welt bzw. den Modellbau-Bereich ist die Auswahl einer Fernsteuerung. So allgemein lässt es sich leider nicht immer beantworten, welche Fernsteuerung man nehmen soll. Schauen wir uns das Thema aber einfach mal ganz unbedarft an.

TIPP
Der Kauf einer guten Fernsteuerung kann als sehr langfristige Investition gesehen werden. Das gilt aber natürlich nur dann, wenn sie einen gewissen Funktionsumfang und eine angemessene Anzahl an Kanälen bietet.

 

Frequenzband

Das Wichtigste zuerst: Achte auf jeden Fall darauf, dass die Anlage das 2,4GHz Band nutzt! Ältere Frequenzbänder, wie z.B. das 35MHz Band, sind weit störanfälliger und nur in speziellen Situationen zu empfehlen! Im 2,4GHz Bereich werden verschiedene Verfahren genutzt. Meist kommt ein Frequenzsprung-Verfahren zum Einsatz, wo im Millisekunden Takt zwischen den verschiedenen Frequenzen des 2,4GHz Bandes „gesprungen“ wird. Wir müssen uns nicht darum kümmern, da dies automatisch von der Fernsteuerung und dem Empfänger übernommen wird. Im Gegensatz zum 35MHz Band können dadurch mehrere Fernsteuerungen dasselbe Frequenzband nutzen, ohne dass sich die Fernsteuerung gegenseitig stören.

 

Anzahl der Kanäle

Die Anzahl der Kanäle ist meist das Haupt-Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen eine Fernsteuerung. Dafür müssen wir aber erst mal wissen, welche Funktionen wir nutzen wollen. Beim Copter gibt es ja nicht nur die Möglichkeit ihn zu steuern, sondern auch zusätzliche Flight-Modes und Funktionen zu nutzen. Dafür werden entsprechend viele Kanäle benötigt.

4 Kanäle
4 Kanäle sind das absolute Minimum, welches wir NICHT empfehlen können! Diese Anlagen haben zwei Sticks mit jeweils vorn/hinten und links/rechts Bewegung, aber keine Schalter zum An- und Abschalten von Flight-Modes und Funktionen.

5 Kanäle
Bei Fernsteuerungen mit 5 Kanälen kann man bereits Flight-Modes aktivieren bzw. umschalten. Wenn es ein Schalter mit drei Positionen sein sollte, kann man auch bis zu drei verschiedene Modi nutzen. Aber das wird erfahrungsgemäß schnell unbefriedigend. Solche Anlagen würden wir nur empfehlen, wenn man mit minimalen Kosten in das Hobby reinschnuppern will. Besser wäre schon eine Anlage mit 6 Kanälen.

6 Kanäle
Eine Fernsteuerung mit 6 Kanälen kostet meist nicht viel mehr als eine Anlage mit 5 Kanälen. Man hat hier also zwei Schalter, um zusätzlich eine der anderen Funktionen bzw. Flight-Modes des Copters auszuwählen oder alternativ ggf. eine GPS-Funktion zu nutzen. Für den Einstieg in die Copter-Welt sollte es möglichst schon solch eine Anlage sein.

TIPP
Wir haben viel Kontakt mit Leuten, die den Copter-Bau beginnen. Häufig wird uns gesagt, dass auch eine Anlage mit 6 Kanälen schnell zu wenige Funktionen bietet. Meist hat das kein halbes Jahr gedauert.
Du könntest Dir aber überlegen eine Anlage mit 6 Kanälen für den Einstieg zu wählen, mit der Möglichkeit sie später im Lehrer-Schüler Modus zu nutzen. Du könntest Dir später also eine Anlage mit mehr Kanälen und Funktionen zulegen, beide Anlagen verbinden und eine zweite Person als „Schüler“ das Fliegen üben lassen.

8 Kanäle oder mehr
Wählt man eine Anlage mit 8 oder mehr Kanälen, hat man sicherlich längere Zeit einen guten Begleiter. Mit Anzahl der Kanäle steigt meist auch gleichzeitig der Funktionsumfang. Meist haben solche Anlagen auch ein oder mehrere Drehgeber (Potis), mit denen sich z.B. ein Gimbal steuern lässt.
Unsere Empfehlung wäre eine Anlage mit 8 oder mehr Kanälen. Solch eine Fernsteuerung kann man fast als einmalige Investition betrachten. Natürlich vorausgesetzt sie bietet alle Funktionen, die man sich wünscht.

 

Telemetrie

Durch ein Telemetrie-System können verschiedenste Daten des Copters/Modells auf der Fernsteuerung angezeigt werden. Dazu gehört beispielsweise Akkuspannung, Flughöhe und auch der RSSI Wert, welcher die Empfangsstärke anzeigt. Oftmals kann man sich Warnungen auch akustisch wiedergeben lassen.

TIPP
Nicht jedes Telemetrie-System kann direkt an einen Flight-Controller angeschlossen werden, um dessen Daten und Sensor-Werte verarbeiten zu können. Ist dies der Fall, muss man auf Sensor-Module des Herstellers zurückgreifen, die zusätzliche Kosten verursachen. Darüber könnte/sollte man sich vorab informieren und diese Möglichkeiten in die Überlegung mit einfließen lassen.

 

Hersteller

Die allgemeine Frage nach dem Hersteller können und möchten wir nicht beantworten. Wenn man sich etwas in Foren schlau liest oder im Bekanntenkreis die Diskussion lostritt, gibt es für einige Leute „nur“ Graupner, für andere „nur“ Futaba und so weiter. Wir denken es sind alles irgendwo gute Anlagen, sonst könnten sich die Firmen nicht so gut am Markt etablieren. Von sehr günstigen/billigen Importen aus Fernost würden wir aber eher abraten, da man vermutlich am falschen Ende spart.
Das beste Modell bringt nichts, wenn man keine gute Fernsteuerung hat. Man sollte sich auch vor Augen halten, dass sich ausländische Hersteller nicht zwangsläufig an deutsche oder europäische Regularien und Gesetze halten. Störungen von Funkfrequenzen (z.B. Flugfunk/-radar) können mit Strafen bis 50.000€ und ggf. Gefängnisaufenthalt geahndet werden.

 

Zusammenfassung

  • Man kann für einen Copter eigentlich jede Anlage mit mehr als 4 Kanälen nutzen. Empfehlen würden wir mindestens 6 Kanäle. Mehr Kanäle sind meist besser, da auch der Funktions-Umfang und die Einstellungsmöglichkeiten steigen.
  • Wenn man in den Modellbau einsteigt, ist meist der Preis ein ausschlaggebender Faktor. Man sollte sich deshalb gut überlegen, ob man längerfristig an dem Hobby Spaß bzw. Interesse haben könnte. Möchte man dieses Hobby längerfristig betreiben, lohnt es sich auch bei der ersten Fernsteuerung etwas mehr zu investieren.
  • Telemetrie wird für einen Copter nicht zwangsläufig benötigt, ist aber ein sehr nützliches Feature.
  • Der Hersteller ist prinzipiell abhängig von den eigenen Vorlieben. „Billige“ Fernost-Importe sollte man aber eher meiden.
  • Sollen verschiedene Modelle gesteuert werden, ist ein Modellspeicher sehr vorteilhaft. Bei guten Fernsteuerungen ist dieser aber standardmäßig vorhanden.

Aus unserer Erfahrung würden wir in die Fernsteuerung eher einmal etwas mehr investieren und direkt eine mit mehr als 8 Kanälen wählen. Dann hat man diese Ausgabe nur einmal und kann alle Modelle (auch Hubschrauber, Flächenflieger,…), die noch kommen könnten, mit ihr steuern.

 

Beispiele für Fernsteuerungen

Die folgenden Beispiele (alphabetisch nach Hersteller sortiert) sind bereits vielfach im Einsatz und haben sich sehr gut bewährt. Falls uns Probleme bekannt sind, werden diese ebenfalls mit aufgeführt.

>> FrSky Taranis

>> FUTABA 

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