Komponentenauswahl für Copter

Komponentenauswahl für Copter

Die Komponentenauswahl für Copter ist das wichtigste Thema bevor man überhaupt mit dem Bau eines Copters beginnen kann. In diesem Beitrag wollen wir in die Materie einsteigen und erst einmal auf grundlegende Dinge eingehen.

Wir starten mit der Unterscheidung von 3 Kategorien:

  • Fernsteuerung inkl. Empfänger
  • Ladegerät
  • Copter plus Akku

Diese drei Themen lassen sich recht gut unterscheiden bzw. voneinander trennen.

Fernsteuerung und Empfänger

Hat man einmal eine gute Fernsteuerung, kann man mit ihr quasi beliebig viele Modelle steuern. Für verschiedene Modelle (Copter, Flugzeug, Auto, Boot,…) wird eine unterschiedliche Anzahl an Kanälen benötigt. Eine gute Fernsteuerung mit 8 oder mehr Kanälen ist meist ein langjähriger Begleiter im Modellbau. Diese Ausgabe hat man also so gesehen nur einmal, wenn man sich direkt eine „gute“ Fernsteuerung zulegt.

Der Empfänger kann prinzipiell für mehrere Modelle genutzt werden. Man kann bei den meisten Fernsteuerungen aber auch mehrere Empfänger nutzen. In diesem Fall müsste man den Empfänger nicht jedes Mal umbauen, wenn man ein anderes Modell betreiben möchte.

Ausstattung & Funktionsumfang der Fernsteuerung

Wir nutzen unsere elektronischen Geräte möglichst nachhaltig. Das bedeutet, dass wir lieber einmal etwas mehr investieren, dafür dann aber lange Zeit mit dem Gerät glücklich sind und Spaß daran haben. Deswegen empfehlen wir eigentlich auch nur solche Geräte, außer es wird explizit nach etwas anderem gefragt.

Damit man lange Freude an der Fernsteuerung hat, würden wir Dir zum Betrieb eines Copters aktuell grundlegend zu folgendem Funktionsumfang bzw. Ausstattung raten:

  • 8 oder mehr Kanäle
  • 2,4GHz Funktechnik mit Frequenzsprung-Verfahren (heutzutage quasi Standard)
  • Telemetrie (z.B. zum Anzeigen verschiedener Daten des Copters, wie verbleibende Akkuspannung)
  • Frei programmierbare bzw. den Kanälen frei zuordenbare Schalter, möglichst welche mit 2 und 3 Positionen (z.B. zum Umschalten/Aktivieren der verschiedenen Flight-Modes)
  • Frei programmierbare bzw. den Kanälen frei zuordenbare analoge Dreh- oder Lineargeber (z.B. zum Nachjustieren eines Gimbals während des Fluges)

Wenn man sich in dieser Richtung orientiert, kann man eigentlich nichts falsch machen. Aber das Wichtigste ist:

  • Nimm die Fernsteuerung in die Hand! Sie muss sich gut anfühlen, wenn Du sie benutzt. Du musst an alle Sticks/Schalter/Regler unverkrampft und locker rankommen. Die beste Fernsteuerung bringt nichts, wenn Du sie ungerne bedienst.

Hersteller

Die Frage nach dem Hersteller bricht gerne mal in eine wilde Debatte aus. Wir möchten hier auch keine Grundsatz-Diskussion lostreten. Deswegen einfach folgender Hinweis.

Es gibt viele langjährig etablierte Hersteller, (wertfrei in alphabetischer Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit) z.B. Futaba, FrSky, Graupner, Jeti, Spektrum. Sie sind etabliert, weil sie alle gute Fernsteuerungen herstellen, die dem einen Modellbauer besser und dem anderen vielleicht schlechter gefallen.

Für welchen Hersteller soll man sich also entscheiden? Das können wir Dir nicht beantworten!

Sprich mit erfahrenen Modellbauern und Piloten. Geh in den Modellbau-Laden Deines Vertrauens und sprich mit dem Händler. Nimm möglichst viele Fernsteuerungen in die Hand. Schau Dir die Menü-Struktur an und wie Einstellungen der Fernsteuerung verändert werden können. Informiere Dich über bereits aufgetretene Probleme mit dem einen oder anderen Modell. Die Entscheidung liegt dann ganz bei Dir und sie soll Dich lange Zeit glücklich machen!

Wovon wir aber abraten sind „billige“ (wir meinen wirklich billig, nicht günstig!) Anlagen aus dem Ausland. Dass sich manche Hersteller nicht an EU-Regularien halten, ist das Eine. Wenn aber ein teures und mit Liebe gebautes Modell abstürzt, weg fliegt und dann auch noch Schaden an Personen oder Wertgegenständen anrichtet, nur weil man an der Fernsteuerung gespart hat, ärgert man sich wirklich sehr. Das ist ein vermeidbares Risiko, welches wir schon häufig genug mitbekommen haben.

Ladegerät

Auch ein Ladegerät kann, wenn man sich ein vernünftiges Ladegerät zulegt ein „lebenslanger“ Begleiter sein. Wichtig ist hierbei, dass es für verschiedene Akku-Typen und eine möglichst hohe Anzahl an Zellen ausgelegt ist. Natürlich können gute Ladegeräte schnell im dreistelligen Euro-Bereich liegen und sind somit für den Einstieg wohl etwas überdimensioniert.

Worauf sollte man beim ersten Ladegerät achten?

Ein guter Einstieg ist ein Ladegerät mit Balancer (ist zum Laden von LiPo-Akkus Pflicht), welches LiPo-Akkus bis 6 Zellen laden kann. Meist kann solch ein Ladegerät auch direkt für andere Akku-Typen, wie beispielsweise NiMH, NiCd, LiFePO und so weiter, genutzt werden.

Der erste Copter wird sehr wahrscheinlich mit 2-4 LiPo-Zellen fliegen. Nur bei sehr großen und leistungsstarken Coptern (sehr gerne bei Helikoptern) wird man 5 oder 6 LiPo-Zellen nehmen. Man hätte mit solch einem Ladegerät also mehrere Jahre ausgesorgt.

Sinnvoll ist ein Ladegerät mit folgenden Funktionen auszusuchen:

  • Lade- und Entlade-Funktion
  • einem Storage-Mode
  • Konfiguration der Lade-/Entlade-Parameter
  • Display zum Anzeigen und Konfigurieren der ganzen Daten/Parameter

Möchtest Du weitere Infos zum Thema Ladegerät? Dann sieh Dir zusätzlich diesen Artikel an: >> Welches Ladegerät kaufen? – Infos rund um LiPo-Lader & Co

Der eigentliche Copter

Ein Copter besteht grundlegend aus

  • einem Rahmen
  • Motoren
  • ESCs
  • Propellern
  • und Akkus

Hinzu kommen noch der Flight-Controller und natürlich die Fernsteuerung samt Empfänger. Diese Komponenten müssen aufeinander abgestimmt sein, damit sie nicht überlastet werden und kaputt gehen. Erst Recht am Anfang kann die Abstimmung der einzelnen Komponenten sehr kompliziert sein und einige Zeit in Anspruch nehmen. Man muss sich mit der Thematik sehr genau beschäftigen.

Prinzipiell geht der Ablauf wie folgt von statten:

EINSATZZWECK
Du hast Dich entschieden, WAS Du mit dem Copter machen möchtest. Z.B. FPV-Racing oder Video-Flüge mit einer Kamera.

RAHMEN
Dadurch hast Du schon eine Vorgabe, wie groß der Copter bzw. der Rahmen wird. Ein FPV-Racer mit 1m Durchmesser macht so wenig Sinn, wie ein Video-Copter auf Basis eines 250mm Durchmesser FPV-Racers. Du suchst also den passenden Rahmen für Deine Anforderungen.

PROPELLER
Der Rahmen, in Kombination mit Deinen Vorstellungen, gibt unweigerlich die Propellergröße vor. Ein Copter mit 1m Durchmesser wird man nicht mit 5“ Propellern betreiben und ein 250mm FPV-Racer kann keine 12“ Propeller (304,8mm Durchmesser) aufnehmen.

MOTOREN
Die Propellergröße gibt die grobe Richtung vor, in der Du die Motoren suchst. Auch hier ist recht klar, dass ein 5“ Propeller an einem 3548 Motor so wenig Sinn ergibt, wie ein 12“ Propeller an einem 1806 Motor.

ESCs
Ein Motor benötigt bei einer bestimmten Kombination von Spannung und Propellergröße einen gewissen Strom. Die ESCs müssen diesen Strom bei der Spannung liefern können und dürfen dabei nicht überlastet werden. Sie müssen also etwas mehr können, als von ihnen verlangt wird.

AKKU
Beim Akku ist es genauso. Er muss ebenfalls mehr leisten können, als alle Motoren zusammen (plus Reserve) von ihm verlangen.

FLIGHT-CONTROLLER
Der Flight-Controller kann etwas differenziert betrachtet werden. Jeder für Copter entwickelte Flight-Controller kann vier Motoren bzw. ESCs für einen Quadro-Copter ansteuern. Normalerweise sind auch sechs Motoren/ESCs für einen Hexa-Copter kein Problem. Einige „kleine“ Flight-Controller für den FPV-Racer Bereich sind aber nicht für acht Motoren/ESCs eines Octo-Copters ausgelegt. Darauf sollte man also achten.

 

Wenn Du diese Themen durchgearbeitet hast, kannst Du damit beginnen die Komponenten für Deinen Copter zusammenzustellen und aufeinander abzustimmen. Hier muss man gleichzeitig auch auf die Qualität der einzelnen Komponenten achten.

Unsere Empfehlung für den allerersten Copter!

Wenn wir gefragt werden, raten wir immer den Einstieg über einen Mid-Size Quadrocopter oder FPV-Racer. Die Anschaffung ist überschaubar, der Bau ist verhältnismäßig einfach und sie verzeihen normalerweise auch eine etwas härtere Landung. Hinzu kommt, dass Ersatzteile bzw. Verschleissteile (wie z.B. Propeller) um einiges günstiger sind als bei großen Coptern. Sie sind also besser geeignet, um das Bauen und Fliegen zu erlernen. Später kann man dann recht problemlos auf einen größeren Copter, gerne auch mit Kamera, umsteigen. Der Mid-Size Copter oder FPV-Racer muss/wird dann sicher nicht in der Ecke liegen, da sie ganz andere Copter, mit anderen Eigenschaften und einem komplett anderen Spaß-Faktor sind!

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